StartseiteHintergrundwissendie Macht der GedankenDer ‚Desintegrationsweg’


Desintegrieren bedeutet;
das Leben nicht so zu lieben,
wie es ist. Überall ist ‚wenn’ und ‚aber’.

So, wie die meisten Menschen leben, bewegen sie sich auf dem Desintegrationsweg. Auf diesem Weg lebt keiner nach dem Motto: ‚Der Weg ist das Ziel’. Auf diese Art zu leben erfordert viel Aufwand, denn es ist sehr mühsam, immer allem auszuweichen. Die einzigen Herausforderungen die sie annehmen, sind die Unumgänglichen.
In diesen Lebenssituationen fühlen sich jedoch die meisten Menschen überfordert. Überforderung endet in Stress und dieser führt fast unweigerlich zu Krankheit, Frustration und Depression.
Selbst spirituell orientierte Menschen, die behaupten ihr Leben anzunehmen, so wie es ist, nehmen es nicht wirklich an. Denn irgendwo in ihnen versteckt sich die Überzeugung, dass sie es ja annehmen müssen, um weiter zu kommen. Doch das ‚Müssen’ führt nicht zur Integration, genauso wenig wie das ‚ich will es..., es geht ja sowieso nicht anders...’ In dem Moment, wo Du bemerkst, dass Du eine Situation gerne anders haben möchtest, als sie ist, läufst Du Gefahr, diese nicht zu integrieren sondern abzulehnen. Dies geschieht immer dann, wenn Du nicht bereit bist, jene Situationen und alles was diese an Gefühlen mit sich bringen, wirklich zu fühlen. Wenn da Dinge sind, die Du nicht erleben möchtest, lassen sie sich nicht annehmen. Und diese Ablehnung, einerlei ob sie nun bewusst oder unbewusst geschieht, führt dazu, dass früher oder später, eben genau das erfährst, was Du vermeiden wolltest. Genau wie wenn Du sagst: "Ich möchte niemals so werden wie mein Vater oder meine Mutter oder wer auch immer..." Du kannst Dir ja vorstellen, welches der ewige Vorwurf sein wird, den Du zu hören bekommst und auf den Du dann ziemlich allergisch reagierst: ?...Du bist genau wie Dein Vater / Mutter! etc.’ Kennst Du das?
Alle Wege die Dir vorgeben wie Du zu sein hast, sind Desintegrationswege. Alle Lehren die gegen etwas kämpfen sind Desintegrationswege. Alle Wege die es sich nicht zum höchsten Ziel gemacht haben, dass Du Dich selber sein kannst, führen nicht zur Integration, nicht zur Erleuchtung, sondern in die Selbstverleugnung. Sie wiederum führt zu Anspannung, innerer Verkrampftheit, Sturheit, Unzufriedenheit, Stress, Krankheit und Depression. Also, nicht sehr empfehlenswert außer, Du bevorzugst ein schwieriges Leben.
Ein schwieriges Leben macht Dich offen für die banalsten und irrationalsten Wünsche. Du beginnst äußere Befriedigungen zu suchen und Du findest sie auch. In der Welt des Scheins und des Konsums. Deine Jagt nach Dingen, Geld, Macht, Ruhm und Ehre beginnt. Und obwohl Deine Sehnsucht nach dem wirklichen Glück zunimmt, gibst Du Dich mit Kleinigkeiten, mit Bedeutungslosem zufrieden. Dein Glück liegt jetzt darin, zu entdecken, dass all dies nicht die Kraft besitzt, Dich wirklich glücklich zu machen. Ja, Dein Glück liegt darin, zu erleben, dass Du, hättest Du auch alle Macht, alles Geld und alle Güter dieser Welt, Du dadurch nicht wirklich glücklicher geworden bist. Du gehst den Weg der Erfahrung. Du nimmst Deine Sehnsucht nur noch deutlicher wahr und bist jetzt, im besten Falle, mutig genug, die wahren Werte anzustreben; Ehrlichkeit, Mitgefühl, Vertrauen, Verbundenheit mit allem was ist, Einswerdung, Erleuchtung. Es ist der Moment, in dem Du erkennst, dass Dein einzig wahres Glück in der Verwirklichung Deines göttlichen Selbstes, zu finden ist. Du kehrst um und gehst den Weg zurück. Zurück, bis zum Ursprung, zurück bis zu jenem unbegrenzten, erfüllten und wunschlosen Gewahrsein, welches sich weder definieren, beschreiben, noch wiegen oder messen lässt. Zurück zu jenem Ausgangspunkt den ich mangels treffender Worte einfach mal als Gott benenne.
Doch es ist nicht jener Gott an den Du glaubst, es ist nicht der Gott wie Du ihn dir vorstellst. Denn alle Vorstellungen von dem was wir Gott nennen sind eben Vorstellungen. Jedoch das, was Gott wirklich ist, findet in keiner, auch nicht in den größten und schönsten Vorstellungen Platz. Gott ist unvorstellbar... Oder kannst Du Dir etwas unvorstellbares vorstellen? Nein, ich spreche von jenem Gott, der jenseits aller Vorstellungen, Ideen und Konzepten zu finden ist. Du kannst diesen Gott, diesen Zustand sofort erleben, in dem Augenblick nämlich, in welchem es Dir gelingt, alle Deine Vorstellungen über ihn beiseite zu lassen. Es benötigt keine andere Tugend dazu. Jene so viel propagierten Tugenden wie Selbstlosigkeit, Bescheidenheit, All-Liebe, Mitgefühl, Vertrauen, Mut, Aufrichtigkeit etc. stellen sich dabei automatisch ein. Es sind also nicht Deine Tugenden die Dich zur Gotteserfahrung bringen, sondern es ist die Begegnung mit dem Göttlichen, der all diese Eigenschaften in Dir weckt. Also, vermutlich ziemlich das Gegenteil von dem, was Dir gelehrt wurde. Lehren welche Bedingungen an Deine Erleuchtungsmöglichkeit stellen, sind nicht wirklich daran interessiert, dass Du Eins wirst und untauglich dafür Dir den Weg dahin zu weisen.

von Bruno Würtenberger
http://www.swissline.ch/SpirituelleSchuleSchweiz/sss/Sites/HAUPTSEITE.htm